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Esgibt erfreulichere Zeitungslekture

Kosovarengruppe gibt zu diskutieren

Dass heute Morgen die Zeitungslekture nicht besonders erbaulich sein konnte, wusste ich schon gestern, weil die Journalisten ja recherchierten bzw. nachfragten. Heute lese ich in der NLZ, dass das Kosovarenprojekt die Basis verärgere, zumal man nicht informiert gewesen sei. Zu Wort kamen kritische Kantonsräte. Einzelne haben das Projekt schon lange kritisch angeschaut, andere haben dies wohl tatsächlich erstmals aus der Zeitung entnommen.

 

Dazu gibt es zwei Dinge zu sagen:

  • Eine Parteileitung kann und wird nie alle lancierten Projekte oder Themen zuerst eine Urabstimmung machen. Genauso wie ich als Präsident halt manchmal aus der Zeitung erfahre, was einzelne Fraktionsmitglieder fordern, ist es umgekehrt so, dass Fraktionsmitglieder Aktivitäten der Partei nicht direkt mitbekommen. Die Parteileitung ist zuerst dem Vorstand und dann der DV gegenüber verantwortlich.
  • Wer ist die Basis? Gemäss NLZ rumore es. Wir spüren davon nichts. Kein einziger Kantonsrat hat seit Versand des Informationsmails am vergangenen Samstagabend sich bei mir oder beim Sekretariat beklagt. Hingegen haben sich einige Exponenten positiv geäussert. Wobei auch das in der Natur der Sache liegt: Wenn man mit etwas identifiziert wird, wird man selten mit der Kritik konfrontiert. Für mich und die Parteileitung ist entscheidend, dass gemäss der üblichen Monatsumfrage über 70% dem Projekt positiv gegenüber stehen. Das Projekt polarisiert, aber wir wissen die absolute Mehrheit unserer Leute hinter uns.

 

Ob falscher Zeitpunkt weiss niemand sicher

Hauptkritikpunkt der Minderheit, welche das Projekt falsch finden, ist nicht die Sache an sich, sondern der Zeitpunkt. Am 10. April sind nämlich Kantonsratswahlen. Weil die Zuwanderer aus dem Balkan im generellen und jene aus dem Kosovo im speziellen einen schlechten Ruf haben, fürchtet man natürlich, dass das Zusammengehen von CVP mit einer Gruppe christlich-demokratischer Kosovaren sich negativ bein den Wahlen auswirkt. Ob das so ist, weiss niemand. Alle machen eine eigene Einschätzung.

 

Bei aller Kritik: Wir haben keinen Krach

Dieses Projekt gibt der CVP Profil. Wir gehen jenes Thema, das die Bevölkerung stärker als andere beschäftigt mit einem völlig anderen Ansatz an. Das ist erklärungs- und gewöhnungsbedürftig. Es wäre nicht das erste Mal, dass es uns gelingt all jene von der Sache zu überzeugen, welche anfänglich kritisch waren. Die Kritik, die jetzt in der Zeitung stand, ist für mich Teil eines ganz normalen politischen Prozesses. Zwar hätte es mich gefreut, wenn es der Zeitung nicht gelungen wäre, einen solchen Artikel zu produzieren. Aber die fomulierte Kritik ist grundsätzlich nachvollziehbar. Deswegen muss man niemandem Böse sein.

 

Die Kantonsräte Köbi Lütolf und Roland Vonarburg bspw. haben mir gestern zugeprostet: Aufgenommen vom Kollegen Hans Aregger beim apres ski und per MMS übermittelt verbunden mit dem Spruch: "Soeben zwei Kosovaren angetroffen". Alle drei keine Freunde dieses Projektes. Deswegen haben wir keinen Krach. Wir können durchaus darüber witzeln.

 

Vereinigung kriegt Gesichter - Kritik wird verstummen

Heute findet die Medienkonferenz statt. Ab heute stehen Personen wie Ben Desku oder Llesh Duhanaj im Fokus. Die Vereinigung kriegt Gesichter. Man wird hören, was diese Personen zu sagen haben. Sobald diese Personen zu Wort kommen, wird ein grösserer Teil der Kritik verstummen.

20Minuten hat heute auch einen Artikel drin. Zwar etwas reisserisch betitelt, aber auch sachlich korrekt. Und da kann man nachlesen, dass sich Llesh Duhanaj der Problematik sehr bewusst ist.

 

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"Esgibt erfreulichere Zeitungslekture"
 
Armin Villiger

Freitag, 18-02-11 14:24

In diesem Artikel Blog vom Mai 2010 ist in einem Nebensatz bereits erwähnt, dass es Kontakte zu Kosovaren und Bestrebungen zur besseren Integration gibt.

http://www.cvpluzern.ch/no_cache/home/blog/einzelansicht/artikel//auch-die-svp.html

Wer regelmässig Zeitungen liest und an den Delegiertenversammlungen teilnimmt wurde durch diese Ankündigung vom Sonntag sicher nicht überrascht.
 
Marco Uhlmann

Freitag, 18-02-11 13:24

Ich kann mich Silvio Bonzanigo anschliessen. Über das Projekt wurde mehrfach an DV und an PV-Sitzungen gesprochen.
Sein wir doch Stolz, dass es uns gelungen ist, da ein Projekt und eine Lösung zu finden, wo andere nur lamentieren.
Das die CVP von links und rechts kritisiert wird zeigt, dass wir damit auf dem richtigen Weg sind!
Ich ermutige die Kritiker aus den eigenen Reihen, sich bei der morgigen Gründungsversammlung ein Bild über die Leute im Vorstand der CDK zu machen.

 
Jakob Stillhart

Freitag, 18-02-11 11:02

Mit dieser Aktion hat sich die CVP erneut ins eigene Fleisch geschnitten. Statt sich um die Kernanliegen der Schweizer Bevölkerung zu kümmern, will man sich mit der Bewirtschaftung einer kleinen Minderheit profilieren. Nichts gegen die politische Integration von Ausländern. Es ist jedoch problematisch, solche Sonderzügli zu fahren. Die Menschen sehen dies zurecht kritisch.

Doch einmal mehr ignoriert die CVP-Parteispitze das Misstrauen der Basis und versucht die Misere schön zu reden - und tut sich selbst damit keinen Gefallen. Es ist doch schlicht unglaubwürdig zu behaupten, eine Mehrheit der CVP-Basis stehe hinter dem Projekt, indem man auf eine Umfrage bei bloss etwa 400 Personen verweist...

Die anderen Parteien, insbesondere die SVP, werden es Herrn Schwegler danken, dass er die ohnehin schon sinkende Wählerschaft noch weiter weg von der Partei treibt!
 
Silvio Bonzanigo

Freitag, 18-02-11 10:52

Ich halte die Kritik der mangelnden Information der kantonanlen Delegierten nicht für berechtigt. Mindestens an zwei DVs wurde über das Vorhaben orientiert. Ein Positionspapier "Zuwanderung" muss auch eine Praxis seitens der CVP kennen! Mit dem Kosovaren-Projekt hat sich die CVP ein mutiges Alleinstellungsmerkmal geschaffen - die Kritik von Links bezeugt dies. Dieses Projekt intern mit dem Hinweis auf die Wahlchancen zu torpedieren, finde ich wenig galant und leicht ärgerlich.
 
 

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